Südbadischer Tischtennis-Verband e.V.

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News aus dem Verband

Sport - Jugend: Interview mit Sven Hennig
27.07.16

Sport - Jugend: Ergebnisse BaWü RLT TOP16 U15/U18
25.07.16

Sport - Da/| He: Ergebnisse BaWü RLT Da/He
18.07.16

Termine | Stichtage: Stichtage 2016/17
14.07.16

Juliane Wolf von der BSG Offenburg bei den Paralympics

Die 28 jährige Juliane Wolf von der BSG Offenburg nimmt an den Paralympics vom 7. -18. September in Rio de Janeiro teil.

Dass die Sonderpädagogin aktive Sportlerin ist und keine Trainerin, verdankt sie einem ungewöhnlichen Werdegang. Samstagmittag: In der südbadischen Sportschule Steinbach sind die Behindertenparkplätze alle belegt. Vor 13 Stunden wurden die Olympischen Spiele in Rio eröffnet. Die olympische Eröffnungszeremonie sah Juliane Wolf, die beim Gehen ihr linkes Bein leicht nachzieht, "um zu sehen, wo wir da einlaufen sollen". Eine Sichtweise, die wenige sich erarbeitet haben.

Seit sie acht ist, spielt sie Tischtennis. Damals entschieden ihre Eltern, Fußball sei mit dem lahmenden Bein "doch nicht so ganz der perfekte Sport." Bis sie 18 war, ging sie in Eisenhüttenstadt mit dem Nachbarjungen ganz normal in den Verein. Danach wollte sie die Trainerlaufbahn aufnehmen.

Tischtennis bedeutete ihr schon damals viel. Doch dann kam alles anders. "Über den europäischen Freiwilligendienst landete ich in einem schwedischen Tischtennisverein", erzählt die blonde Frau mit dem kecken Lächeln. Beim Training traf sie zufällig auf die schwedische Behindertennationalmannschaft. Deren Physiotherapeut trat an sie heran: "He, du hast doch auch eine Spastik, so wie die dahinten. Die fährt zu Olympia. Und du spielst genauso gut." Juliane Wolf schluckte, trat einen Schritt zurück. Eine Frage, die ihre Selbstwahrnehmung völlig veränderte. Sie rief ihre Mutter an und fragte nach Rat. "Behindertensport?!", auch ihre Mutter schluckte. Die Gewissheit, ein behindertes Kind zu haben, stand im Raum: "Würde man meinen Bruder fragen, ob er eine behinderte Schwester hat. Der würde Ihnen den Vogel zeigen", sagt sie lachend. Sie wusste: "Ich habe den grünen Ausweis." Mit 13 Jahren googelte sie das mal: "Ich hatte aber nie das Gefühl, dass ich im Leben behindert wurde", erklärt die Pädagogin.

Sie kam sozusagen schneller zu ihrer Behinderung als die Jungfrau zum Kind. "Der Physio erklärte mir, wie ich eine schwedische Staatsbürgerschaft bekommen könne", sagt sie. Doch das wollte sie nicht.

Jetzt promoviert sie in Frankfurt in Sonderpädagogik und spielt für Deutschland Tischtennis. Dabei war anfangs "Mitleid mein größtes Problem", bekennt sie. "Ich dachte, dem armen Gegner tut doch sicher sein Stumpf weh." Deshalb verlor sie gegen spielerisch schwächere Handicapsportler. Inzwischen besucht sie Lehrgänge, wie jenen in Steinbach, auf denen ihre Mitsportler sich natürlich die Prothesen ausziehen, weil sie mit der Zeit auch mal schmerzen. Das ist ganz normal in der neuen Welt von Juliane Wolf. Im Punktspielbetrieb misst sie sich in der Oberliga zwar auch mit den "Normalos", auf internationalen Turnieren startet sie aber in der Behindertenklasse acht; stehend und linksseitig komplex beeinträchtigt.

Heute bekommt sie Fördergelder von der Deutschen Sporthilfe und dem Badischen Behindertensportverband. Sie kann ihren Turnierbetrieb ganz gut finanzieren. Das verdankt sie vor allem der BSG Offenburg. "Mir wurde damals schnell ans Herz gelegt, mir einen Behindertensportverein zu suchen. Also schrieb ich eine Mail nach Offenburg." Sie ahnte nicht, wie selten gute Frauen im Para-Tischtennis sind. Die Antwort des Vereins war entsprechend. Sinngemäß mit dem Wortlaut "sie möge doch ins Training kommen und bitte nie, nie wieder gehen".

Sie kam und blieb in Offenburg. Juliane Wolf grinst glücklich. Paralympics-Medaillengewinner Dirk Hudarin spielte zuerst mir ihr. Wolf war beeindruckt von der hohen Qualität im Behindertensport. Die Offenburger erkannten ihr Talent und boten an, jährlich zwei internationale Turniere zu finanzieren. In ihrem ersten Jahr, 2009, gewann sie die deutsche Meisterschaft der U 25. 2012 verpasste sie allerdings die Paralympics in London um einen Weltranglistenplatz. "Diesmal bin ich auf Nummer sicher gegangen", beschreibt sie ihre Vorbereitung.

Vier EM-Medaillen und zwei WM-Medaillen hingen in jüngster Vergangenheit um ihren Hals. Jetzt soll paralympisches Edelmetall dazukommen. Auch schwächere Sportler sind dabei. In Juliane Wolfs Klasse ist die Qualifikation die hohe Kunst. Nur acht Sportlerinnen schaffen sie. Sechs davon sind die entsprechenden Kontinentalmeister. So ist jeder Kontinent vertreten. Dann geht es die Weltrangliste von oben runter. Demnach sind auch deutlich schwächere Gegner dabei. Aber dabei sein ist alles. "Jetzt gesund bleiben und alles wird gut", ist ihr Motto Inzwischen hat sich der Trainingsfleiß aus der Vorbereitungsphase gelegt. Die erste Aufregung zeigt sich. Für Timo Boll hatte sie Werbung gemacht, jetzt sah sie Bilder, auf denen er stolz die Fahne trug. Das kribbelte.

Auf Rio ist Juliane Wolf gut vorbereitet. Sie kennt das Procedere genau. Den Call-Room wird die mit ihrem Coach betreten. Ihren Schläger bekommen die wartenden Schiedsrichter. Sie wird eine Münze werfen, mit ihrer ersten Gegnerin, um den Aufschlag. Die Tischseite wird gewählt, was entscheidend sein kann, bemerkt sie, "denn einer wird ins Licht, der andere ins Publikum blicken." Beides kann stören.

Im Normalfall wird sie im Anschluss Musik hören oder mit ihrem Trainer über Gott und die Welt reden, sich ablenken. Und dann. Dann wird Juliane Wolf für Deutschland ihren Tischtennisschläger in die Hand nehmen und ihre ungewöhnliche Karriere womöglich zu einem weiteren Höhepunkt führen.

LIEBHERR WM 2017 in Düsseldorf

Termin: 29. Mai bis 5. Juni 2017 in der Messe Düsseldorf.

Eintrittskarten gibt es ab Mitte September zu kaufen.

Details sind dann auf www.tischtennis.de zu finden.

Mit den besten Grüßen

DEUTSCHER TISCHTENNIS-BUND

Simone Hinz Leiterin Öffentlichkeitsarbeit

Interview mit Sven Hennig

Darauf habe ich so lange Jahre hingearbeitet"

25.07.2016 <> BZ-Iinterview mit Sven Hennig (1844 Freiburg), dem besten deutschen Tischtennisspieler bei der Jugend-Europameisterschaft 2016 in Zagreb.

Zur Person Sven Hennig: Der Gymnasiast, der an diesem Montag 15 Jahre alt wird, begann seine sportliche Karriere beim TV Denzlingen und spielt seit 2013 bei 1844 Freiburg.

Seine Stärken liegen in der Konstanz und im offenen Spiel. Schwächen sieht er noch im Auf- und Rückschlag sowie in der Schnelligkeit am Tisch. Hennig trainiert acht bis zehn Mal in der Woche.

Regionalligaspieler Sven Hennig (1844 Freiburg) war für die Jugend-EM in Zagreb in das deutsche Aufgebot berufen worden.

Im Teamwettbewerb erreichte er mit dem deutschen Quintett den sechsten Platz, im Doppel und Einzel konnte Hennig mit dem Einzug ins Achtelfinale überzeugen. Dabei war er im Einzel bester Deutscher.

 

Simon Goetschi hat danach mit Hennig gesprochen.

Weiterlesen: Interview mit Sven Hennig

Stichtage 2016/17

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